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Apherese-Verfahren


Temperaturoptimierte Doppelfiltrations-Plasmapherese (DFFP)

Lipidfiltration der Fa. Diamed mit Plasmaseparator

Die von DIAMED entwickelte Lipidfiltration wird technisch auch als Doppelfiltration bezeichnet und seit mehr als 20 Jahren für die LDL-Apherese eingesetzt. Bei der Lipidfiltration wird das Blut durch den Plasmaseparator (Plasmaflo®) in Blutzellen und Blutflüssigkeit (Plasma) aufgetrennt. Während die zellulären Blutbestandteile dem Patienten sofort wieder zurückgegeben werden, wird das Plasma nun durch einen Lipidfilter geleitet. Hier durchfließt es ein Material mit mikroskopisch feinen Poren, die gezielt LDL-Cholesterin sowie weitere Risikofaktoren der Arteriosklerose wie Lipoprotein(a), Fibrinogen und zusätzlich Triglyzeride zurückhalten.

Das so "gereinigte" Plasma wird wieder mit den Blutzellen vereinigt und dem Patienten zurückgegeben. Der Patient erhält kontinuierlich und ausschließlich sein eigenes „gereinigtes“ Blut zurück. Die Lipidfiltration wird in der Regel alle ein bis zwei Wochen durchgeführt und dauert etwa zwei bis drei Stunden je Behandlung. Mit dieser für den Patienten überwiegend sehr gut verträglichen Therapie wird der mittlere LDL-Cholesteringehalt im Blut um mehr als 60% abgesenkt.


Bei der seit mehr als 20 Jahren in der klinischen Praxis etablierten Lipidfiltration handelt es sich um eine größenselektive Filtration hochmolekularer Plasmabestandteile. Sie wird technisch auch als temperaturoptimierte Doppelfiltrations-Plasmapherese (DFPP) bezeichnet. Zelluläre Bestandteile werden mit einem Plasmaseparator im ersten Schritt vom Blutplasma abgetrennt. Das so gewonnene Plasma wird über eine vorgeschaltete Heizung in den Lipidfilter geleitet, der hochmolekulare Substanzen wie LDL-Cholesterin, Lipoprotein(a), Fibrinogen und Triglyzeride zurückhält. Grundprinzip ist hier also eine Filtration in Abhängigkeit von Größe, molarer Masse und Geometrie. Moleküle und Molekülkomplexe mit einem Durchmesser von 25 bis 40 nm werden zurückgehalten, kleinere Moleküle wie HDL-Cholesterin können den Filter theoretisch ungehindert passieren. Die Membran des Filters besteht aus Polyethylen. Die Methode hat sich in klinischen Studien als sicher und gut verträglich erwiesen. Die Behandlungsdauer beträgt abhängig von Blutfluss und Plasmavolumen etwa zwei Stunden. Die Antikoagulation kann sowohl mit Heparin als auch mit Citrat erfolgen.

Lipidfiltration der Fa. Terumo BTC mit Zentrifuge

Bei Patienten mit extrem erhöhten Triglyceriden kann die Apherese an ihre Grenzen geraten. Durch die größe der Triglyceridmoleküle kommt es zu einer Verstopfung des Plasmaseparators und der Druck im Gesamtsystem steigt an, bis sich das Gerät komplett abschaltet. In diesem Moment muss die Therapiesitzung ohne Möglichkeit zur Rückführung des im System befindlichen Blutes und Plasmas abgebrochen werden.

Für diese Fälle gibt es ein alternatives Verfahren mit dem Gerät SPECTRA OPTIA® der Firma Terumo BTC. Ursprünglich zur Separation des Plasmas zu dessem therapeutischem Austausch entwickelt, wird hier das Plasma mittels einer Zentrifuge aus dem Vollblut abgetrennt und danach durch einen Lipidfilter geleitet. Da hier kein Plasmaseparator verwendet wird, kann es zu keiner Verstopfung kommen. Der Lipidfilter kann sich jedoch mit den entfernten Lipiden aufsättigen, was nun hier zu einem Druckanstieg im System führt. Mittels einer Spritze kann hier nun aber manuell der Inhalt des Filters abgesaugt und in einem getrennten Beutel entsorgt werden. Hierbei muss ein gewisser Verlust von im Filter befindlichen Plasma in Kauf genommen werden, so dass die Anzahl und Menge der Absaugvorgänge begrenzt ist. Die maximale aus dem Filter abzusaugende Menge wird vor oder während der Therapie individuell vom Arzt festgelegt.

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